Der Leipziger Auwald - eine Exklusivität Leipzigs   Drucken  E-mail 
Hainbuche im Lützschenaer Park 
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Hainbuche im Lützschenaer Park
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Das Leipziger Auenökosystem ist Teil der Leipziger Tieflandsbucht (einer morphologisch schwach gewellten Platte), das durch die Flüsse Weiße Elster, Pleiße, Luppe, Nahle und Parthe und einer Vielzahl von Nebenarmen charakterisiert wird.

Die Vorgänge der Erdneuzeit prägten mit Ablagerungen aus Sanden, Schluffen und Tonen maßgeblich die Geologie des Gebietes. Die letzte Kaltzeit formte das heutige Profil dieser Landschaft mit ebenen, flach bis hügligen Landstrichen und Flächen sowie zahlreichen Flussläufen. Die Fruchtbarkeit der Aue ist auf die bis zu mehrere Meter dicke Aulehmschicht zurückzuführen.

Neue Luppe mit Auwaldsaum 
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Neue Luppe mit Auwaldsaum
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Durch Flussregulierungen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wie auch durch die großflächigen Grundwasserabsenkungen des Braunkohlebergbaus, fehlen die regelmäßigen natürlichen Überschwemmungen im Leipziger Auwald.




Alte Luppe im Nordwestauwald 
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Alte Luppe im Nordwestauwald
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Um den besonders schützenswerten Stieleichen-Eschen-Feldulmen-Auwald dennoch zu erhalten, wurden in jüngerer Vergangenheit mehrere gesteuerte Vernässungsprojekte gestartet.

Die gezielte Paußnitz-Flutung im Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze läuft als Pilotprojekt seit 1993 und wird wissenschaftlich begleitet. Die bisherigen Ergebnisse weisen nach, dass durch kontinuierliche Flutung von nicht mehr natürlich überschwemmten Auenbereichen wieder eine allmähliche Annäherung an einen auentypischen Zustand möglich ist.

Künstlich erzeugte Paußnitzflutung im Elster- und Pleiße-Auwald 
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Künstlich erzeugte Paußnitzflutung im Elster- und Pleiße-Auwald
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Künstlich erzeugte Auwaldflutung 
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Künstlich erzeugte Auwaldflutung
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Die innerstädtische Lage des Leipziger Auwaldes ist eine herausragende Besonderheit in Deutschland und Mitteleuropa. Durch solche günstigen Voraussetzungen erhält diese wertvolle Kulturlandschaft  große Bedeutung für die Naherholung der Großstädter und ihrer Gäste.

Die enge Verflechtung der europaweit einzigartigen Auenlandschaft mit der Großstadt gilt als Exklusivität Leipzigs.   

Auf Grund seiner reichen Strukturierung zeichnet sich der Auwald durch eine hohe Artenvielfalt insbesondere an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus. Mehr als 100 Pflanzengesellschaften und etwa 750 höhere Pflanzen- und ca. 80 Moosarten wurden nachgewiesen.

Leipziger Anemone (blassgelb) 
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Leipziger Anemone (blassgelb)
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Märzenbecher im Rosental 
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Märzenbecher im Rosental
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Die um Leipzig einzigartige Auenlandschaft ist reich an Offenlandbereichen mit Grünland, Streuobstwiesen und Ackerflächen. Sehr vielfältig sind die Gewässerbereiche mit Resten wertvoller Weichholz- und Hartholzauenbereichen. Charakteristische Baumarten der flussnahen Weichholzaue sind Silber- und Bruchweiden sowie Pappeln. Die Hauptbaumarten der Leipziger Hartholzaue sind im Einzelnen: Stieleiche, Esche, Bergahorn, Winterlinde, Hainbuche und Feldahorn. Entlang der Fließgewässer findet man zahlreiche Erlen.

Charakteristische Stieleiche in der Burgaue 
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Charakteristische Stieleiche in der Burgaue
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Auch die Tierwelt der Leipziger Auen weist eine erstaunliche Artenvielfalt auf. Viele dieser Arten sind aber zunehmend bedroht und bedürfen eines intensiven Schutzes, zu dem vor allem der Erhalt ihrer Lebensräume dringend notwendig ist.

Neben 42 Säugetierarten konnten weiterhin 105 Brutvogelarten sowie 17 Lurch- und Kriechtierarten und 17 Fischarten erfasst werden. Eine große Bedeutung für die Schutzwürdigkeit des Auwaldes haben auch Insekten und wirbellose Tiere, die meist von den Besuchern des Auwaldes unterschätzt wird.

Im Leipziger Auwald wurden 32 Libellenarten (das sind 50 % aller in Sachsen nachgewiesenen Arten), 173 holzbewohnende Käferarten (davon mehr als 40 gefährdete Arten, die als Urwaldreliktarten anzusehen sind), über 70 Wasserkäferarten sowie etwa 360 Großschmetterlingsarten (davon 26 gefährdet) nachgewiesen.

Dieser kurze Abriss der im Leipziger Auwald lebenden Arten, der bei weitem unvollständig ist, zeigt die Vielfältigkeit des Lebens in diesem Gebiet. Alle Arten sind auf einen intakten Lebensraum angewiesen, der für die Zukunft gesichert werden muss.

Wegen der außerordentlichen Wertschätzung des Leipziger Auenökosystems durch die Leipziger wurde eigens dafür der 16. April zum Tag des Leipziger Auwaldes erklärt.

Seit 1995 finden an diesem Tag thematisierte Veranstaltungen zum Leipziger Auwald statt. Höhepunkt ist die Bekanntgabe des Leipziger Auwaldtiers oder der Leipziger Auwaldpflanze des Jahres.

Dieses Ritual, das sich inzwischen zu einer beliebten Tradition in Leipzig entwickelt hat, gehört zum besonderen Charme dieser Stadt.




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