Leben am Wasser   Drucken  E-mail 

Die Leipziger Tieflandsbucht wurde etwa 800 n. Chr. durch slawische Bauern, auf Grund der anzutreffenden fruchtbaren Auen und fischreichen Gewässern, zunehmend besiedelt. Urkundlich wurde im Jahre 1021 Leipzig als zwischen Elster, Pleiße und Parthe liegend beschrieben.

Nicht nur die alten kontinentalen Handelsstraßen via regia und via imperii, sondern auch der Gewässerknoten inmitten von Leipzig sorgten für eine zunehmende Besiedlung. Zur Ausübung bestimmter Gewerbe wie beispielsweise: Gerber, Färber, Fleischer, Fischer und Müller waren Fließgewässer jahrhundertlang zwingend notwendig. Wirtschaftlich wurden sie auch bis Mitte des 17. Jahrhunderts zum Transport von Baumaterial und der Scheitholzflößerei genutzt. Durch diese infrastrukturellen guten Voraussetzungen entwickelte sich Leipzig alsbald zu einer der bedeutendsten Handels- und Gewerbestandorte Deutschlands.

In den letzten 150 Jahren gewannen die Fließgewässer in Leipzig in Bezug auf die Freizeitgestaltung und die sportliche Betätigung zunehmende Bedeutung.

  • Bereits 1835 wurden z.B. 4 öffentliche Flussbadeplätze, die damals noch unter der Aufsicht  der Fischer standen, eröffnet
  • 1842 wurde die erste Flussbadeanstalt in Betrieb genommen, wonach sich bis ins 20. Jahrhundert weitere anschlossen

Mit der zunehmenden Gewässerverschmutzung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Flussbademöglichkeiten jedoch wieder eingeschränkt.

Etwa um 1920 wurden die Fließgewässer wassertouristisch genutzt. Mit der Einweihung des Vergnügungsparks am Auensee im Jahre 1913 (Luna Park) wurden zusätzliche Naherholungsgebiete erschlossen. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es bereits mehrere Bootsausleihstation an der Weißen Elster und Pleiße.

Elsterbecken 
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Elsterbecken
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Mit der Entstehung des Elsterbeckens zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden Ruder- und Paddelvereine sehr gute Bedingungen für ihr regelmäßiges Training vor. Mit der Fertigstellung des Elsterstausees im Jahre 1934 wurden die Grundlagen für den Segelsport in der Region Leipzig gelegt. Durch die Vollfüllung des Kulkwitzer Sees zu Anfang der 70er Jahre kam ein weiteres attraktives Gewässer hinzu, das Badende, Taucher, Segler und in jüngerer Vergangenheit auch Wasserskiläufer schnell annahmen.

Die guten Bedingungen zur Ausübung des Wassersportes stellten nicht zuletzt  auch die Grundlagen für die Erfolge der Leipziger Sportler bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften (so z. B. Annett Schuck und Siegfried Brietzke) dar.

Bootspartie am Wassergott (um 1900) 
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Bootspartie am Wassergott (um 1900)
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Die Stadt Leipzig wird von einem der schönsten Auenwaldgebiete Europas durchzogen, die der Bevölkerung der Großstadt wie auch ihren Gästen beste Bedingungen für eine stadtnahe Erholung im Grünen bietet. Zahlreiche Gaststätten entstanden bereits Ende des 19. Jahrhunderts im Auenwald und an den Ufern der Flüsse.

Durch die Realisierung der Vernetzung der Leipziger Seen und Flüssen werden sich nicht nur die wassertouristischen Möglichkeiten verbessern. Durch Nutzung der Wasserläufe werden städtebauliche Effekte eintreten, die auch im Wesentlichen den Wohnwert der Stadt Leipzig erhöhen und prägen werden. Die Naherholungsmöglichkeiten in unmittelbarer Stadtnähe werden mit jedem fertiggestellten Teilstück des Gewässerverbundes verbessert und der Metropole ein ganz markantes Zeichen geben. 

Mit der Offenlegung der Mühlgräben, werden diese revitalisiert. Die Revitalisierung (nicht zu verwechseln mit der Renaturierung) der Gewässer hat im innerstädtischen und stadtnahen Bereich von Leipzig weitergehende Auswirkungen. Diese können insbesondere sein:

  • Veränderungen auf dem Immobilienmarkt
  • Wohnumfeldverbesserungen
  • Förderung des Dienstleistungsgewerbes (vor allem im Hotel- und Gaststättenbereich und Sportbereich)
  • Wassersportliche Nutzungen/Soziale Funktion
  • Verbesserungen für kleingärtnerische Nutzungen

Es ist davon ausgehen, dass nicht nur die direkten Gewässeranlieger, sondern auch die Grundstücke in der weiteren Nachbarschaft von der Aufwertung infolge der Erhöhung des Freizeitwertes, des Reizes der Umgebung und der Imagefunktion von Gewässern ("Wohnen am Wasser") profitieren.

Insgesamt gesehen wird sich die Umgestaltung von Mikrostandorten (wie z. B. am Pleißemühlgraben, Plagwitz) auf den Makrostandort Leipzig als Immobilienstandort auswirken. Je mehr eine Stadt seinen Einwohner zu bieten hat, umso größer ist auch der Wille, vor allem von jüngeren Menschen, in dieser Stadt zu bleiben, weil sie sich mit einem attraktiven Wohnumfeld identifizieren. Diese Menschen stellen früher oder später ein Nachfragepotential für Wohnraum und Gewerbeflächen dar. Im Kleinen wird z. B. die Pleißemühlgrabenöffnung bestimmt mit zur Sicherung dieses Potentials beitragen und damit dem Leipziger Immobilienmarkt einen gewissen Absatz in der Zukunft sichern.




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