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Pläne zur Anbindung Leipzigs an das Europäische Wasserstraßennetz gab
es bereits seit dem 17. Jahrhundert. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war es der
Industrieelle, Jurist und Visionär Dr. Karl - Heine, der im Zuge des
wirtschaftlichen Aufschwunges und des sich vehement entwickelnden
Industriegebietes Leipzig-Plagwitz, die Idee konkret machte und den Bau des
Karl-Heine-Kanals als Industriepionier vorantrieb.
Die Realisierung des Baus stellte sich als schwierig dar, weil das Profil in
die anstehende Grauwacke (auch lokal als Karl-Heine-Knack bezeichnet) teilweise
bis zu 14 m tief getrieben werden musste und dadurch hohe Kosten verursachte.
Karl Heine, der das Projekt unermüdlich vorantrieb, blieb die Unterstützung der
damaligen Stadtverwaltung verwehrt, so dass seine privaten Mittel, die er für
den Ausbau verwandte, alsbald ausgeschöpft waren. Durch Industrieelle, die das
wirtschaftliche Potential des Kanals für den Industriestandort Plagwitz
erkannten, wurde 1880/81 ein Verein zur Realisierung des Projektes gegründet.
1887 (ein Jahr vor dem Tod von Karl-Heine) wurde durch den Namensgeber des
Kanals (Karl-Heine) die Westendbaugesellschaft ins Leben gerufen, die sich
fortan mit dem Ausbau des Kanalhafens befasste.
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Im Laufe der Jahre entstanden bis 1896 von der Elstereinbindung (in Nähe der
heutigen Nonnenstraße) bis zur Luisenbrücke (heute Lützner Straße) die ersten
schiffbaren Kanalkilometer, die für die Dampfschifffahrt genutzt wurden. Danach
stagnierten die Arbeiten und wurden mit Beginn des 1. Weltkrieges letztendlich
eingestellt. |
Dort, wo Gießereien und Fabrikhallen des Maschinenbaus und der
Kunststoffverarbeitung noch vor einigen Jahren Stätten der Produktion gewesen
sind, finden wir heute in modernisierten Straßenzügen Cafès, Lofts und
Backsteinbauten mit Balkonen und hängenden Gärten. Aber auch eine gepflegte
Gastronomie und eine Reihe von Bootsverleihen laden zum verweilen am
Gewässerabschnitt des Karl-Heine-Kanals ein. Der Leipziger Westen -einst geprägt
durch Industrie- und Fabrikgebäude entwickelt sich zunehmend als Standort mit
exklusiver Wohnkultur. |